Ein Seminarzyklus
für Fachpersonen
im Gesundheitsbereich
Medizinphilosophie und Medizinethik - heute
Philosophische und ethische Fragen gehören zum Alltag aller Personen, die im Medizinbereich tätig sind. Wir möchten Ihnen einen Rahmen bieten, um Ihr Wissen zu vertiefen.
Unser Seminarzyklus ermöglicht Ihnen, Gegenwart und Zukunft der Medizin zu erörtern. Es geht um grundlegende philosophische Fragen, aber auch um ethische Herausforderungen, Hoffnungen und Risiken. Die gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen wird Ihnen Ihre ethische Kompetenz erweitern.
Kurt Bayertz
Professor für praktische Philosophie an der Universität Münster
Zu seinen Veröffentlichungen zählen die Bücher„Gen-Ethik“ (Rowohlt 1987) und „Warum überhaupt moralisch sein?“ (Beck 2004). Zudem ist er Herausgeber der einflussreichen Sammelbände „Sanctity of Life and Human Dignity (1996), Verantwortung (2001) und Die menschliche Natur (2004).
Prof. Dr. Giovanni Maio, Mediziner und Philosoph
Freiburg im Br.
Professor für Bioethik an der Albert-Ludwigs Universität Freiburg (D) und Sprecher des dortigen Zentrums für Ethik und Recht in der Medizin (ZERN)).
2002 wurde er durch die Bundesregierung in die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung berufen.
Im selben Jahr erschien bei Frommann-Holzboog sein jüngstes Buch „Ethik der Forschung am Menschen“.
Annemarie Pieper
Sie lehrte über zwanzig Jahre als Professorin für Philosophie an der Universität Basel.
Sie hat zahlreiche Werke zur philosophischen Ethik veröffentlicht.
Unter anderem ist sie Autorin von „Glücksache. Die Kunst, gut zu leben“ (Deutscher Taschenbuch Verlag 2003). Gut und Böse (Beck 1997), Aufstand des stillgelegten Geschlechts (Herder 1993) vergriffen und „Einführung in die Ethik (UTB 2003).
Klaus Peter Rippe
Er ist Privatdozent für praktische Philosophie an der Universität Zürich und Geschäftsführer von „ethik im diskurs“.
Zudem wirkt er als Präsident der Eidgenössischen Ethikkommission für Biotechnologie im ausserhumanen Bereich und der kantonalen Tierversuchskommission Zürich.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Pharmakogenetik und Pharmakogenomik (TA-Swiss 2004), „Gene patentieren. Eine ethische Analyse“ (Mentis 2003), Menschenwürde vs. Würde der Kreatur (Alber 1997) und „Ethischer Relativismus. Seine Grenzen, seine Geltung (Mentis 1993).
Bettina Schöne-Seifert
Direktorin des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der Universität Münster.
Nach einem Studium der Humanmedizin und mehrjähriger Tätigkeit an der Universitäts-Klinik Göttingen studierte sie Philosophie und Medizin in Los Angeles, Georgetown und Göttingen, wo sie im Jahre 2000 an der philosophischen Fakultät habilitierte.
Sie ist Mitglied des Nationalen Ethikrats der Bundesrepublik Deutschland und Mitglied der Senatskommission für Grundsatzfragen der Gentechnologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Beat Sitter-Liver
Professor für praktische Philosophie an der Universität Freiburg (Schweiz).
Er war dreissig Jahre lang hauptberuflich Generalsekretär der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Seit 2002 konzentriert er sich auf seine philosophische Tätigkeit, in der er unter anderem als Dozent an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und den Universitäten Bern und Basel wirkt. 2003 veröffentlichte er bei Academic Press Fribourg sein neuestes Buch zum Thema „Gerechte Organallokation, Zur Verteilung knapper medizinischer Güter in der Transplantationsmedizin“.
Urs Thurnherr
Professor für Philosophie an der Pädagogischen Universität Karlsruhe.
Seine Forschungsschwerpunkte finden sich im Bereich der Ethik, der Angewandten Ethik und der Philosophie Kants.
Er hat gemeinsam mit Annemarie Pieper den Band „Angewandte Ethik, Eine Einführung“ herausgegeben und ist Autor der Bücher „Vernetzte Ethik. Zur Moral und Ethik von Lebensformen (2001) und „Angewandte Ethik. Eine Einführung“ (2000).
Urban Wiesing
Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Eberhard Karls-Universität Tübingen.
Er ist Mitglied der "Zentralen Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten" der Bundesärztekammer (Deutschland).
Er ist Autor der Bücher „Wer heilt, hat Recht?“ (2004), Zur Verantwortung der Arztes? (1993) und „Kunst oder Wissenschaft?“ (1995).
Gerechtigkeit trotz Kostendruck
Die Finanzierbarkeit des heutigen Gesundheitswesens steht in Frage. Eine Rationierung medizinischer Leistungen scheint unausweichlich. Gibt es gerechte und nachhaltige Lösungsansätze? Diese Fragen diskutieren Bettina Schöne Seifert und Klaus Peter Rippe mit Ihnen. In den Blick kommen Notwendigkeit wie Grenzen von Eigenveranwortung und Solidarität.
Grenzen der Forschung
Dürfen Ungeborene, Kinder oder nicht-einwilligungsfähige Personen in die medizinische Forschung einbezogen werden? Gibt es Forschungsziele, die moralisch verboten sind? Diese und andere Fragen zur medizinischen Forschung diskutieren Prof. Giovanni Maio und Prof. Dr. Beat Sitter Liver.
Achtung vor dem Alter
Mancher beklagt , die Medizin vernachlässige ihre grösste Klientel, die Betagten. Statt Anti-Aging Medizin bedürfe es einer altersgerechten Medizin. Klaus Peter Rippe und Urs Thurnherr suchen nach ethisch angemessene Lösungen, wie Medizin auf die neue Alterspyramide reagieren sollte.
Gesundheit, Leiden und das gute Leben
Leidensvermeidung ist zentrales Ziel der Medizin. Um "Gesundheit" und "Leiden" zu verstehen, bedarf es aber einer Theorie des guten Lebens. Eine solche Theorie ist auch von zentraler Bedeutung, um medizinische Vorhaben im Feld der so genannten Emerging Sciences (Gentechnik, Kybernetik und Nanotechnologie) beurteilen zu können. Annemarie Pieper, Urban Wiesing und Giovanni Maio stellen mögliche Antworten zur Diskussion und erweitern ihren Blickwinkel.
Zukunft der Medizin
Wohin entwickelt sich die Medizin? Und wohin soll sie sich entwickeln? Kurt Bayertz, und Beat Sitter Liver diskutieren mögliche Entwicklungen. Es geht um genombasierte Medizin, Rolle und Rechte von Patienten, um "genetische Gerechtigkeit", mögliche Diskriminierung sowie um Gerechtigkeit im Allgemeinen.
Seminarort
Institut für Philosophie und Ethik
Witikonerstrasse 15
8032 Zürich, Klusplatz
Der Abschluss des Seminarszyklus bildet eine im feierlichen Rahmen stattfindende Übergabe eines Zertifikats.




